Lexikon
| Abgänge | Berge, taubes Gestein. |
| Abteufen | Herstellen des Abbaubetriebs in die Tiefe; allgemeine Bezeichnung für die Tiefe im Abbaubetrieb. |
| Alter Mann | Verlassener oder eingestürzter Grubenbau (oft auch Relikte aus römischer oder frühmittelalterlicher Zeit). |
| anfahren | Sich nach untertage begeben oder einen Untertagebereich unerwartet erreichen. |
| anlegen | Eine Zeche oder ein Bergwerk neu erstellen. |
| Anreichern | Durch Abscheiden von taubem Gestein einen größeren Metallgehalt erreichen. |
| ansetzen | Einen Stollen neu anlegen. |
| Aufbereitung | Die mechanische oder chemische Verarbeitung bergmännischer Rohprodukte zu Handelsprodukten. Miteinander verwachsene Mineralien müssen durch Zerkleinerung oder durch Auflösung aufgeschlossen werden, um voneinander getrennt werden zu können. |
| Aufschlagwasser | Wasser aus stehenden oder fließenden Gewässern, das zum Betrieb von Maschinen verwendet wird. siehe auch: Wasserkunst |
| aufschließen | Herstellen des Zuganges zur Lagerstätte siehe auch: Grubenbaue |
| Aufschluß | Eine Stelle, an der das Erz bzw. Gestein direkt zu sehen ist. |
| aufwältigen | Eingestürzte oder verfüllte Grubenbaue wieder begehbar und nutzbar machen |
| Ausbeute | Ausschüttung des Betriebsgewinns einer Gewerkschaft an die Gewerken. siehe auch: Gewerkschaft, Gewerke(n), Kux(e) |
| Ausbeutezeche | Bergwerk, das mit wirtschaftlichem Erfolg betrieben wird. |
| Ausbiß | Schnitt einer Gesteinsschicht mit der Oberfläche. Siehe auch: Aufschluß |
| Backenbrecher | Zerkleinerungsmaschiene für Gestein. Sie wirkt durch zwei in einem spitzen Winkel zueinander angeordnete Brechbacken, zwischen denen ein oben breiter, unten schmaler werdender Brechraum, das "Brechmaul" entsteht. Eine der Brechbacken wird mittels eines Exzenters bewegt, wodurch das Gestein zerdrückt wird. |
| befahren, Befahrung | Besichtigung einer Bergwerksanlage (übertage und untertage) zu Prüfungs- und Prospektionszwecken. |
Berechtsame (Gerechtsame) | Nutzungsrechte im Montanbereich, Bergwerkseigentum/ -besitz. |
| Bergamt | Bergbehörde (erste Instanz), gewöhnlich bestehend aus Bergmeister, Berggeschworenen und Bergschreiber (regional und historisch unterschiedliche Entwicklungen im deutschsprachigen Raum). siehe auch: Oberbergamt, Landesoberbergamt |
| Bergbuch | Von den Bergbehörden gemäß Bergordnung geführte Amtsbücher siehe auch: Bergordnung |
| Berge | Siehe Abgänge. |
| Bergfreiheit | Jedermanns Recht, Erze abzubauen, ohne daß der Grundeigentümer grundsätzliche Einspruchs- oder Hinderungsrechte hat. siehe auch: Bergordnung |
| Berggegenbuch | Verzeichnis aller Gewerkschaften und Gewerken mit ihren Anteilen. siehe auch: Gewerkschaft, Kux(e) |
| Berggericht | Staatliche Gerichtsbarkeit für alle Bergbauangelegenheiten, i.a. den staatlichen Bergbauinstanzen zugeordnet. |
| Berggeschworener (Geschworener) | Staatlicher Bergrevierbeamter Siehe auch: Bergamt |
| Berggrundbuch (Bergwerksgrundbuch) | Bei den Grundbuchämtern der Amtsgerichte geführte Akten zum Bergbaubesitz (hier Nordrhein-Westfalen). siehe auch: Berechtsame / Gerechtsame |
| Berghauptmann, Oberberghauptmann | Staatlicher Beamter als Leiter einer Bergbehörde (Bergamt, Oberbergamt). siehe auch: Bergamt, Oberbergamt |
| Bergherr | Inhaber des Bergregals (Landesherr als Inhaber der aus dem Bergregal entstammenden Rechte) allgemein: Bergwerkseigentümer Siehe auch: Bergregal |
| Berghoheit | Siehe: Bergregal |
| Bergmeister | Staatlicher Bergreviersbeamter (meist Leiter des Bergamtes) siehe auch: Bergamt |
| Bergordnung | Gesetzliche Regelung des Bergwesens (territorial unterschiedlich), z.B. Bergisch-Jülische Bergordnung von 1719; später einheitliche (gesamtstaatliche) Berggesetze (z.B. allgemeines Preußisches Berggesetz 1865, Bundesberggesetz 1980); starker Einfluß durch die Entwicklung in den sächsisch-thüringischen Staaten seit Ausgang des Mittelalters. Enthält Elemente des römischen und germanischen Rechtes. |
| Bergregal | Landesherrliches/staatliches Verfügungsrecht über nutzbare Mineralien und das daraus abgeleitete Recht zur Erhebung von Steuern, Abgaben und Gebühren. siehe auch: Bergzehnt/Zehnt, Quatembergeld |
| Bergrevier | Bergbehördlicher Aufsichts- und Administrationsbereich, ähnlich dem heutigen Bergamtsbereich. siehe auch: Bergamt |
| Bergschreiber | Staatlicher Revierbeamter eines Bergamtes (vornehmlich Beurkundungsaufgaben) siehe auch: Bergamt |
| Beutelkorb | Alte Form eines von Hand betätigten Siebes. |
| Derberze | Roherze mit hochprozentigem Metallgehalt. |
| durchfahren | Einen Grubenbau (Strecke) quer durch Gesteinsschichten vortreiben (z.B. Störungen durchfahren) siehe auch: Strecke, Störung |
| Eindicker | Klärbecken, in dem aus der Trübe, klares Wasser zurückgewonnen wird. |
| einfallen | Stärkste Neigung einer Erzlagerstätte oder einer geologischen Schicht zur Horizontalen; auch Neigung eines Grubenbaues (Gefälle). |
| Eiserner Hut | Oxidationszone einer Erzlagerstätte (die von der Erdoberfläche bis zum Grundwasserspiegel reichende Verwitterungszone der Erzgänge). |
| Erbstollen | Stollen zur Wasser- und Wetterhaltung. Siehe auch: sümpfen, Wasserhaltung, Wetterführung |
| ersaufen | Vollaufen einer Grube mit ober- und unterirdischen Zuflüssen. Siehe auch: Wasserhaltung |
| Erz | Mineralischer Rohstoff (Mineralgemenge) mit nutzbarem Gehalt an Metallen/Metallverbindungen. Siehe auch: Mineralien |
| Erzwäsche | Anlage zur Trennung von nutzbaren Mineralien und taubem Gestein. Zuvor im Pochwerk zerkleinertes Fördergut wird mit Hilfe von Wasser geschlämmt, wodurch unterschiedlich schwere Bestandteile voneinander getrennt werden. siehe auch: Berge, Pochwerk |
| Fahrsteiger | Technischer Angestellter im Bergwerksbereich, dem mehrere Grubenreviere unterstehen. siehe auch: Steiger |
| Fahrung/Fahrt | Aus Holz oder Metall hergestellte Leiter im Grubenbetrieb zur Beförderung von Personen und Material. siehe auch: Grubenbau |
| Feld | Vermessener unterirdischer Bereich eines Grubenbetriebes, in der Bergbauberechtigte sich die Lagerstätteninhalte (Erze, Mineralien) aneignen dürfen. siehe auch: Grubenfeld |
| Feld(es)besichtigungs- protokoll | Bergrechtiches Dokument mit Angaben zur Lagerstätte, Mineralführung, Namensgebung der Gruben, Lage der Fundpunkte, Angaben zu früherem Betrieb, Ergebnisse von Versuchsarbeiten, Hinweise zur Abbauwürdigkeit. siehe auch: Bergordnung |
| Feuer setzen | Zermürbung des Gesteins durch gezieltes Setzen von Bränden (frühere Form der Erzgewinnung). |
| Flöz | Bezeichnung für eine Schicht nutzbaren Gesteins (z.B. Kohle oder erzhaltig) |
| Flotation | (Deutsch) Schwimmaufbereitung. Die Grundlage bildet die Eigenschaft gewisser Erze infolge geringer Benetzbarkeit mit Luftbläschen zusammen in einem Erz-Wassergemenge nach oben zu steigen, wogegen die leichter benetzbaren Berge absinken. Diese Eigenschaft kann durch verschiedene Reagenzien noch aktiviert werden. Bei der Flotation erzeugt man einen Schaum auf der Oberfläche des Wassers, der bei weitem den Hauptteil des Metalls enthält. |
| Flotationskonzentrat | Der abgeschöpfte Schaum in einem Flotationsapparat (siehe Flotation). |
| Flotationsverfahren | Siehe: Erzwäsche |
| Firste | Obere Begrenzungsfläche einer Strecke / eines Stollens. Siehe auch: Grubenbau |
| Förderband | Förderbänder dienen zum Transport von Schüttgütern in waagerechter Richtung und in Neigung bis zu 20°. |
| frei, Freies, im Freien liegend, ins Freie fallen | Aufhebung der bergrechtlichen Verleihung. Siehe auch: Mutung, Verleihung |
| fristen, in Fristen liegen | Befristete Betriebsstillegung |
| Füllort | Grubenbau im unmittelbaren Schachtbetrieb, Knotenpunkt und Verschiebebahnhof von der Sohle zur Schachtförderung. Siehe auch: Grubenbau |
| Fundgrube | Mindestgröße eines Grubenfeldes um den Fundpunkt. Bei Längenfeldern: 42 Lachter Länge und 7 Lachter Breite. Siehe auch: Lachter und Maaßen |
| Fuß | Längenmaß; in Preußen ab 1816: 0,31385 m (Unterteilung in 12 Zoll = 144 Linien) Siehe auch: Zoll |
| Gang | Nach der Tiefe hin den Abbaubetrieb herstellen; allgemeine Bezeichnung für Tiefe im Abbaubetrieb. |
| Gangart | Verlassener oder eingestürzter Grubenbau (oft auch Relikte aus römischer oder frühmittelalterlicher Zeit). |
| Gefässförderung | Ein an einem Förderseil hängendes Gefäss, mit dessen Hilfe unter Tage gewonnens Gut in einem Schacht senkrecht nach oben gefördert wird. |
| Gesenk | Sich nach untertage begeben oder einen Untertagebereich unerwartet erreichen. |
| Geviertfeld | Eine Zeche oder ein Bergwerk neu erstellen. |
| Gewerken | Einen Stollen neu anlegen. |
| Gewerkschaft | Die zur Reinigung von Erzen erforderlichen Arbeiten bzw. der Ort, wo sich die Aufbereitung vollzieht (z.B. Aufbereitungshalle). |
| Gezähe | Wasser aus stehenden oder fließenden Gewässern, das zum Betrieb von Maschinen verwendet wird. siehe auch: Wasserkunst |
| Göpel | Herstellen des Zuganges zur Lagerstätte siehe auch: Grubenbaue |
| Grubenbau | Eine Stelle, an der das Erz bzw. Gestein direkt zu sehen ist. |
| Grubenfeld | Eingestürzte oder verfüllte Grubenbaue wieder begehbar und nutzbar machen |
| Halde | Anhäufung von (meist taubem) Material auf der Erdoberfläche in der Nähe des Schachtes oder Stollens; auch Platz zur Ablagerung von Erz, das nicht sofort verarbeitet oder weitertransportiert werden kann (“auf Halde liegen”). Siehe auch: Berge |
| Hammermühle | Zerkleinerungsmaschine. Das zu zerkleinerde Material wird von Hämmern, die pendelnd an einem Schlagkreuz aufgehängt sind und die sich durch die Fliehkraft aufrichten, erfasst. Der Mahlraum der Mühle ist von Sieben umgeben, so dass das Korn erst bei einer gewünschten Endgrösse die Mühle verlassen kann. |
Hangender Gang, Hangendes | Begrenzungsfläche eines Erzganges, mit dem dieser auf dem ihn umgebenden Nebengestein aufliegt (über dem Erzlager anstehende Schichten). Siehe auch: Liegender Gang |
| Haspel | Fördermaschine (mit Menschenkraft, Pferden, Maschinen) mit horizontal liegender Welle (Seilwinde, Rundbaum). |
| Hauer, Häuer, Berghäuer | Bergarbeiter, der Arbeiten “vor Ort” verrichtet (Herstellung unterirdischer Grubenbaue, Gewinnung von Erzen/Mineralien); starke Differenzierung nach Arbeitsbereichen. Siehe auch: Schachthauer, Ort |
| Haufwerk | Loses, aus dem “Gebirgsverband” gelöstes Gestein. |
| Hydrothermale Imprägnationen | Die Entstehung solcher Lagerstätten ist stark umstritten. Man vermutet, dass das Metall in wässriger Lösung aus dem Erinneren kommend in den Sandstein eingedrungen ist und dort kristallisierte. |
| Klaubearbeit | Diese wird von Arbeiter, die neben einem langsam laufenden Förderband stehen, geleistet, indem sie taubes Gestein oder auch das Erz aus dem Materialstrom herauslesen. Hierdurch erreicht man eine Anreicherung des Roherzes. |
| Knappschaft | Gesamtheit der auf einem Bergwerk Beschäftigten (zunächst Knappen = Hauer, später auch sonstige Arbeiter und Angestellte); Sozialrechtlich: Zusammenschluß der Bergleute zum Zwecke der sozialen Absicherung. |
| Knotten | Kleine Bleiglanzkügelchen, die bis zu 5 mm Durchmesser erreichen und speziell im Mechernicher Erz vorkommen. |
| Knottenkonzentrat | Eine Anreicherung von Knotten mit etwa 10% Bleigehalt. |
| Konsolidierung, konsolidieren | Zusammenlegung mehrerer Grubenfelder. Siehe auch: Bergordnung |
| Konzentrat | Siehe Flotationskonzentrat oder Knottenkonzentrat. |
| Konzession | Auf behördliche Eingabe erlangte Erteilung zum Betrieb von Bergwerksanlagen oder zum Abbau. Siehe auch: Mutung, Verleihung |
| Kugelmühle | In einer sich drehenden Trommel fallen Stahlkugeln verschiedenen Druchmessers durcheinander und zerschlagen dabei die zur Zerkleinerung eingebrachten Stoffe. Kugelmühlen werden zur Feinzerkleinerung benutzt. |
| Kunst | Allgemeiner Bergriff für Wasserräder mit Gestänge (meist aus Holz) zum Pumpenbetrieb. Daneben auch Bezeichnung für andere technische Einrichtungen im Bergbau (z.B. Fahrkunst). Siehe auch: Wasserhaltung, Fahrung/Fahrt |
| Kunstteich | Teich zum Wasserstau. Siehe auch: Aufschlagwasser |
| Kux(e) | Anteil am Vermögen einer bergrechtlichen Gewerkschaft (nach altem Recht in Form eines Namenspapiers). Im Gegensatz zur Aktie gleichzeitig auch als Verlustanteil bei negativem Betriebsergebnis. Siehe auch: Gewerkschaft, Ausbeute, Zubuße |
| Lachter | Längenmaß im Bergbau. Das Lachter war das Maß, das ein Mann mit ausgestrecktem Arm umfassen konnte (auch Klafter im allgemeinen Sprachgebrauch). Es schwankt zwischen 1,7512 m (Oberbayern) und 2,3805 m (Böhmen). Für das rechtsrheinische Gebiet ist das nassauische Lachter mit 2,0924 m anzusetzen. Weitere Unterteilung in 8 Spann = 80 Zoll. Siehe auch: Zoll |
| Längenfeld | Siehe: Feld und Fundgrube |
| Lagerstätte | Abbauwürdige Ablagerung von Mineralien als Gang, Lager oder Flöz. Siehe auch: Gang |
| Lager | Siehe: Lagerstätte |
| Landesoberbergamt | In Nordrhein-Westfalen wurden 1973 die Oberbergämter Bonn und Dortmund zum L. in Dortmund zusammengefaßt; nunmehr oberste Bergbehörde des Landes. Siehe auch: Bergamt, Oberbergamt |
| Leseband | Siehe Klaubearbeit. |
| Liegender Gang, Liegendes | Unter dem Erzlager anstehende Gebirgsschichten. Siehe auch: Hangender Gang |
| Maaß(en) | Historisches Längenmaß; 1 M = 28 Lachter (58,587 m). Siehe auch: Lachter |
| Mächtigkeit | Abstand zwischen den beiden Begrenzungsflächen eines Erzganges; allgemein auch Maßstab für die Abbauwürdigkeit. Siehe auch: Lagerstätte |
| Markscheide | Grenze eines Grubenfeldes, einer Berechtsame oder eines Bergwerkes |
| Markscheider | Vermessungsingenieur im Bergwesen, der sich mit dem Ausmessen der Gruben und dem Anfertigen kartografischer Unterlagen (risse) befaßt. |
| Meile | Preußische Landmeile = 24.000 Fuß (ca. 7,5 km). Eiehe auch: Fuß |
| Mineral(ien) | Chemisch und physikalisch einheitliche Naturkörper als Bestandteil der festen Erdkruste, der sich häufig durch gesetzmäßig gebildete Formen auszeichnet (Kristall). Siehe auch: Erz |
Mundloch, Stollenmundloch | Öffnung des Stollens zum Übertagebereich. Siehe auch: Grubenbau |
| muten, Mutung einlegen | Antrag an die Bergbehörde auf Verleihung eines Grubenfeldes. Siehe auch: Bergordnung, Verleihung |
| Mutungsriß | kartografische Darstellung (Riß), der die Grenzen des beantragten Grubenfeldes und die Lage des Fundpunktes darstellt. Siehe auch: Mutung, Feld(es)besichtigungsprotokoll |
| Mutungsriß | Antrag des Bergbauwilligen (Muters) zur Verleihung einer Berechtsame. Siehe auch: Berechtsame, Mutung, Verleihung |
| Oberbergamt | In den preußischen Rheinlanden ab 1816 vorgesetzte Behörde der Bergämter (Oberbergamt Bonn mit den Bergämtern Düren, Siegen und Saarbrücken); Auflösung der Bergämter 1861 (Übergang der Kompetenzen auf Oberbergamt Bonn). Siehe auch: Bergamt, Landesoberbergamt |
| Obersteiger | Titel eines Betriebsführers im Bergbau. Siehe auch: Steiger |
| Ort, das Ort | Jede Stelle im Bergbau mit bergbautechnischen Zwecken (z.B. Abbau, Transport). Siehe auch: Grubenbau |
| Oxydationszone | Siehe: Eiserner Hut |
| Pferdegöpel | Siehe: Göpel |
| Pfeiler | Zwischen Abbauräumen stehende Lagerstättenteile zur statischen Abstützung der Grubenbaue. Siehe auch: Grubenbau, Lagerstätte |
| Pinge, Pingenzüge | An der Erdoberfläche in der Nähe alter Erzabbaustätten entstehende trichter- oder schüsselförmige Vertiefungen durch Grabungen oder Einstürzen von Gängen. Siehe auch: Eiserner Hut, Raubbau |
| Pochwerk | Zerkleinerungsmaschinen für geförderte Erze. Durch Pochstempel, die angehoben werden und dann frei herunterfallen, wird das Haufwerk zerkleinert. Siehe auch: Haufwerk |
| Quadratlachter | Flächenmaß; entspricht 49 Quadratfuß (ca. 3,95 m2). Siehe auch: Lachter, Fuß |
| Quatembergeld | Vierteljährlich zu entrichtende Gebühr der Bergwerksbetreiber an die Bergbehörde zur Bezahlung der Bergbeamten. Siehe auch: Bergordnung |
| Querschlag | Quer zum Streichen einer geologischen Schicht verlaufend; auch Grubenbau, der zur Untersuchung des Nebengesteins oder der Mächtigkeit von Gängen von einer Strecke oder einem Stollen aus getrieben wird. Siehe auch: Grubenbau, Strecke |
| Raubbau, auf Raub bauen | Flächenmaß; entspricht 49 Quadratfuß (ca. 3,95 m2). Siehe auch: Lachter, Fuß |
| Regal | Siehe: Bergregal |
| Reviersteiger | Aufsichtsperson, der mehrere zu einem Abbaurevier zusammengefaßte Betriebspunkte unterstehen. Siehe auch: Steiger |
| Riß | Kartografische Darstellung im Bergbaubereich (Abbaugebiete, Gebäude, Anlagen). Siehe auch: Mutungsriß, Seigerriß, Verleihungsriß |
| Rösten | Erhitzung des Erzes, wobei gasförmige Bestandteile entweichen (z.B. Schwefeldioxid aus Blei als Vorstufe zur Silbergewinnung). |
| Röstofen | Anlage zum Rösten von Gestein / Erzen. |
| Schacht | Senkrecht oder stark geneigter Grubenbau mit Tagesöffnung. Siehe auch: Mundloch, Stollen |
| Schachthauer | Siehe: Hauer |
| Schichtmeister | Rechnungsführer auf Bergwerken, zugleich verantwortlich für den technischen Übertagebereich. |
| Schießen, Schießarbeit | Gestein durch Bohren und Sprengen lösen und gewinnen. |
| Schlägel und Eisen | Traditionelle Wahrzeichen des Bergbaus: Schlägel (Hammer) gekreuzt mit Meißel (eisernes Handbohrgerät). |
| Schlich | Durch Waschen gereinigtes Erzmehl oder Erzschlamm. Siehe auch: Aufbereitung |
| Schürfen, Schürfbetrieb | Aufsuchen von Mineralien auf ihrer natürlichen Lagerstätte. |
| Seife | Erzführende Sande und Schotter im natürlichen Gesteinsverbund, Fundstelle oft im fließenden Gewässer (“Rheingold”). |
| Seigerriß | Markscheiderische Darstellung eines Vertikalschnittes durch ein Bergwerk (seiger = senkrecht) mit festgelegtem Maßstab. Siehe auch: Markscheide, Riß |
| Sohle | Untere Begrenzungsfläche (Boden einer Strecke) oder Stockwerk im Grubenbereich (z.B. Wettersohle) bzw. Grubenbaue auf etwa gleichem Niveau. Siehe auch: Grubenbau |
| Steiger | Aufsichtsperson im Bergbau. Siehe auch: Fahrsteiger, Reviersteiger, Obersteiger |
| Störung, Störungszone | Geologische Veränderung der ursprünglichen Lagerungsform eines Gesteins oder Minerals; Entstehung durch tektonische Vorgänge (Pressung, Zerrung, Zerreißung). Siehe auch: Lagerstätte |
| Stollen | Waagrechter oder mit geringem Ansteigen von der Erdoberfläche aus nach untertage geführter Grubenbau mit regelmäßigem Querschnitt zum Zwecke der Wasserhaltung, Bewetterung, Förderung oder zum Aufsuchen von Lagerstätten. Siehe auch: Grubenbau |
| Stollenmundloch | Siehe: Mundloch |
| Stoß | Bergmännische Bezeichnung für die seitliche Bwegrenzung des Grubenbaues. |
| Strecke | Horizontaler Grubenbau für Fahrung und Transport (im Gegensatz zum Stollen nicht von übertage aus, sondern von untertägigen Grubenbauen aus angelegt). Siehe auch: Grubenbau, Stollen |
| Streckenvortrieb, Vortrieb | Erweiterung/Verlängerung des Streckennetzes. |
| Streichen | Hauptrichtung des Erzlagers. Streicht ein Gang z.B. von Ost nach West so liegt seine Hauptrichtung in ost-westlicher Richtung. |
| Stunde (hora) | Mit dem Kompaß bestimmte Richtung von Erzgängen. Beispiel: der Gang streicht in Stunde (hora) 12 = der Erzgang hat eine nord-südliche Richtung. Aufteilung des Kompasses in 24 Teile (hora). Siehe auch: Streichen |
| Sümpfen, Sumpfung | Trockenlegung überfluteter Grubenbaue. Siehe auch: Wasserhaltung |
| Teufe (Tiefe) | Nach der Tiefe hin den Abbaubetrieb herstellen; allgemeine Bezeichnung für Tiefe im Abbaubetrieb. |
| Tiefster Stollen | Im geneigten Gelände möglichst tief angesetzter Stollen (z.B. zur Wasserhaltung). Siehe auch: Erbstollen |
| Umwandlungsurkunde | Amtliches Dokument nach dem “Allgemeinen Preußischen Berggesetz” von 1865 (meist Umwandlung von Längenfeldern in Geviertfelder). Angegeben sind u.a. Grenzen des Grubenfeldes anhand eines Verleihungsrisses. Siehe auch: Bergordnung, Feld, Längenfeld, Verleihungsriß |
| Verhüttung | Metallgewinnung aus Erzen. |
| Verleihen, Verleihung | Amtliche Zueignung von Berechtsamen. Siehe auch: Berechtsame, Mutung, Konzession |
| Verleihungsriß | Riß, der die Grenzen des zur Verleihung kommenden Grubenfeldes nachweist. Siehe auch: Riß, Verleihung, Umwandlungsurkunde |
| Versetzen, Versatz | Taubes Gestein in die abgebauten Gruben einlagern (Schutz vor Einsturz); Förderung von taubem Gestein erübrigt sich dadurch. |
| Vorrichtung | Herstellung aller für einen planmäßigen Abbau erforderlichen Grubenbaue. Siehe auch: Grubenbau |
| Wäsche | Siehe: Erzwäsche |
| Wasserhaltung, Wasserlösung | Freihalten der Grubenbaue von Wasser (Abdämmungen, Wasserhebung durch Pumpenbetriebe, Klärung von Grubenwässern). Siehe auch: Kunst, sümpfen, Grubenbau |
| Wetter | Luftströme im Untertagebereich (z.B. “schlagende Wetter”); z.T. schwadenartige Beimischung gesundheitsschädlicher oder explosiver Gasarten. |
| Wetterführung, Wetterhaltung | Gesamtheit der technischen Einrichtungen zum Zuführen atmungstauglicher Luft in die Grubenbaue vor Ort bzw. Abführung verbrauchter oder giftiger Luft. Siehe auch: Wetter |
| Zoll | Längenmaß (1 Zoll = 1/12 Fuß = 1/80 Lachter); etwa 0,0262 m. Siehe auch: Fuß, Lachter |
| Zehnt | Bergwerksabgabe an den Bergherrn. Siehe auch: Bergregal |
| Zubuße | Zuschuß durch die Gewerken einer Gewerkschaft zum Ausgleich von Betriebsverlusten. Siehe auch: Kux(e), Gewerkschaft |
